Psychokardiologie - Herz und Seele im Takt

Psychokardiologie - Herz und Seele im Takt

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Die Psychokardiologie beschäftigt sich mit dem wechselseitigen Zusammenhang zwischen Herzkrankheiten und dem seelischem Befinden. Psychosoziale Risikofaktoren wie Stress, Ängste oder Depressionen beeinflussen kardiovaskuläre Erkrankungen und sollten bei der Diagnose und Behandlung berücksichtigt werden.

Was ist Psychokardiologie?

Neben den bekannten Risikofaktoren wie Rauchen, Diabetes, Bluthochdruck oder Fettstoffwechselstörungen können auch psychische Faktoren eine Rolle bei der Entstehung von Herzerkrankungen spielen. Umgekehrt können Herzerkrankungen auch auf das Gemüt schlagen und Depressionen verursachen. Dies passiert häufiger als gedacht. Nach einem Herzinfarkt leiden etwa 40 % der Betroffenen an Depressionen oder depressiver Stimmung. Die Sterblichkeit nach einem Infarkt ist bei diesen Patienten deutlich höher [1]. Genau hier setzt die relativ junge medizinische Disziplin der Psychokardiologie an, die den wechselseitigen Zusammenhang von Herzerkrankungen und psychischen Problemen untersucht und Betroffenen Behandlungsmöglichkeiten anbietet.

Quelle: Der Teufelskreis der Angst (nach Schneider&Margraf, 2017)

Ist Psychokardiologie fester Bestandteil der Rehabilitation?

Auch wenn das Thema zunehmend an Bedeutung gewinnt, wird die Psychokardiologie häufig vernachlässigt. Um nach einem Herz-Kreislauf-Ereignis schnell wieder auf die Beine zu kommen, wird nach einem Krankenhausaufenthalt meist eine Reha angeboten. Diese kann ambulant oder stationär erfolgen. Die klassischen Angebote während eines Reha-Programms beinhalten Sport- und Bewegungstherapie, Ernährungsberatung, Blutzucker- und Blutdruckeinstellungen sowie Raucherentwöhnung. Betroffene verspüren darüber hinaus häufig eine starke Zukunftsangst oder eine depressive Verstimmung. Diese können dann gezielt durch eine psychokardiologische Behandlung berücksichtigt werden. In dieser werden Betroffene aufgeklärt, wie sie psychische Aspekte ihrer Erkrankung erkennen und diese mit bestimmten Strategien bewältigen können. Der wesentliche Unterschied zwischen einer klassischen und psychokardiologischen Rehabilitation ist der hohe Stellenwert der Psychotherapie.

An wen kann ich mich für weitere Fragen wenden?

Derzeit existieren in Deutschland relativ wenige Reha-Kliniken mit einem psychokardiolgogischem Behandlungsschwerpunkt. Unter folgenden Links findest du jeweils eine Übersicht zu:

Darüber hinaus bieten manche Krankenkassen gesonderte Programme für eine psychokardiologische Therapie an.

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